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Nichts ist so mächtig, wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.

Dieser Gedanke von Victor Hugo beschreibt genau, woran ich glaube.

 

Ich glaube, dass sich in den nächsten zwei bis vier Saisons ein Silhouettenwandel vollziehen wird.

 

Es ist das gleiche Gefühl, das man im März hat, wenn der Winter zwar noch da ist, aber man kann den Frühling schon spüren. Immer wieder blitzt er schon durch, manchmal auch nur für einen Moment. Mal ist es ein Vogelzwitschern und mal ist es der Geruch von Erde oder ein kleiner Luftstoß. Und jedes Mal fühlt es sich gleich an: du weißt, dass es jetzt nicht mehr lange dauert.

 

Im gleichen grundlegenden Prinzip, wie die Natur sich ständig wechselt und verändert, dabei aber immer wieder die gleichen Erscheinungen zeigt. Wie die Blumen jedes Jahr zurückkommen und die Blätter, die in jedem Herbst bunt werden und der Schnee in jedem Winter wieder kommt. Es ist eine ununterbrochene Wiederholung.

 

Aber eben nicht die Wiederholung von immer demselben.

Jeder Sommer ist ein bisschen anders als die bisherigen waren.

Und in jedem Winter läuft ein anderes Leben ab.

 

Das ist bestimmt der zweite Teil, der das Gefühl im März so besonders macht. Nicht nur die Erinnerungen werden geweckt, sondern gleichzeitig stellst du dir vor, was alles passieren wird in diesem neuen Sommer.

Du weißt, dass die Hitze wieder über der Stadt liegen wird und du im See schwimmen wirst. Trotzdem wird dieser Sommer anders sein als der letzte. Die Mode verhält sich genauso zyklisch, sie wiederholt sich ständig, bleibt dabei aber niemals gleich.

 

Es gab bisher zwei Dekaden, seit man den Begriff der Mode kennt, in denen weit ausgestellte Beine die modische Erscheinung festgelegt haben:  die 1970-er und die 1990-er Jahre. Ich glaube, dass im Jahr 2020 die weite Hose als Massentrend wieder auf die Straße geht. Sie wird sich allerdings nicht exakt wiederholen, so wie die Baggy der 90-er keine Hippie Schlaghose der 70-er war. So wird auch die Snakepant der 2020-er Jahre etwas Neues einbringen. Sie wird den bestehenden Markt revolutionieren und einen Trend auslösen, sie wird zum Markenzeichen ihrer Generation werden und so ihrer Dekade ein Gesicht geben.

 

Wie wir heute Bilder von Woodstock und das Lebensgefühl der Hippies assoziieren, wenn wir eine bunte Schlaghose sehen. Wie wir heute an Girlpower und die freche Haltung, die Mädchen damals eingenommen haben denken, wenn wir eine Baggy sehen.

 

So werden wir an das denken, was unsere Dekade ausmacht: die unbegrenzte Auswahl von unzähligen Möglichkeiten. Und die Fähigkeit, sich für das Beste zu entscheiden.

 

 

 

definitly maybe  -  for what we can be


Kommentare: 1
  • #1

    Danish Girl (Donnerstag, 01 März 2018 18:13)

    Ich habe Schlaghosen schon immer geliebt. Früher, in den 90er Jahren, habe ich die alten Hosen meiner Mutter aus den 60ern getragen. Ich habe angefangen mich für Mode zu interessieren als der Sixties Retrostyle in Mode kam und habe meine letzte Hose gekauft als Röhrenhosen in wurden. Bitte nicht falsch verstehen, ich habe nichts gegen enge Hosen. Nur mir stehen sie einfach nicht. Ich werde erst wieder anfangen neue Hosen zu kaufen wenn da auch etwas für mich dabei ist. Und solange zehre ich von meinem großen Vorrat im Kleiderschrank : )
    Außerdem sehr schön geschrieben. Ich kenne das Gefühl der guten Erwartung. Wenn man spürt bald wird etwas passieren und ich freue mich darauf. Weil man das Alte so satt hat. Egal was kommt, es wird Zeit und es kann nur besser werden. So begrüße ich seit vielen Jahren jede neue Jahreszeit.
    Ich wünsche Dir, dass Deine neue Jahreszeit bald beginnt.
    Liebe Grüße aus Dänemark, B